IDEXX SDMA

SDMA-Fallstudie: Zeke

SDMA ist hilfreich, um eine fortgeschrittene chronische Nierenerkrankung bei Katzen mit Schilddrüsenüberfunktion zu entdecken.

Hintergrundinformationen

Name: Zeke
Alter: 14 Jahre
Rasse: EKH
Geschlecht: Männlich

Wurde vorstellig mit/Hintergrund:
Zekes Besitzer waren besorgt, da Zeke viel aß, aber dennoch abzunehmen schien. Sie stellten außerdem fest, dass er mehr trank und mehr Wasser ließ als normalerweise und dass er mehr miaute. Seinen Besitzern zufolge war er aktiv. Sie machten sich jedoch Sorgen, da sein Verhalten zuhause untypisch für ihn war.

Körperliche Untersuchung
Zeke war dünn und wies einen niedrigen Body-Condition-Score (BCS) von 2,5 auf einer 9-Punkte-Skala auf. Es wurden eine mittelschwere
Zahnerkrankung, eine schnelle Herzfrequenz und ein tastbarer Knoten im Nackenbereich festgestellt.

Diagnostischer Plan

Es wurde empfohlen, ein großes Blutbild und ein Blutchemieprofil zu erheben, einschließlich IDEXX SDMA-Test und Elektrolyttest, sowie eine vollständige Harnuntersuchung und einen Gesamt-T4-Test durchzuführen. Die Werte des großen Blutbildes lagen im Normalbereich. Weitere Ergebnisse finden Sie unten.

Diagnostische Überprüfung

  • Ausgehend von seiner Anamnese, der körperlichen Untersuchung und den Laborergebnissen wurde bei Zeke eine Schilddrüsenüberfunktion diagnostiziert.
     
  • Eine erhöhte SDMA*-Konzentration veranlasste uns, Zeke weiter zu untersuchen – bei der chronischen Nierenerkrankung (CNE) handelt es sich um eine fortschreitende Erkrankung, die auch neben anderen Beschwerden bestehen kann. Während der Fokus der Behandlung, ausgehend von der Diagnose, auf der Schilddrüsenüberfunktion lag, mussten auch die Nieren untersucht und geschont werden.
     
  • Mögliche weitere diagnostische Schritte – Bildgebungen von Brustraum und Abdomen können dabei helfen, die in der Blut- und Urindiagnostik festgestellten Beschwerden sowie weitere Auswirkungen auf das Organsystem (z. B. auf das Herz) zu bestätigen und zu beurteilen. Mithilfe eines Elektrokardiogramms würde die Leitfähigkeit des Erregungsleitungssystems des Herzens bestimmt werden. Es wurde außerdem angeregt, den Blutdruck zu messen, da sowohl Nierenerkrankungen als auch eine Schilddrüsenüberfunktion mit Bluthochdruck verbunden sind.

Diagnose und weitere Untersuchungen

  • Erfolgreiche Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion mit Iod-131; Diagnose einer zeitgleichen CNE Stadium 2 gemäß Renal Interest Society (IRIS).

  • Einen Monat nach der Behandlung mit Iod-131 lag Zekes Gesamt-T4-Wert bei 0,7 μg/dl, seine SDMA-Konzentration betrug 17 μg/dl und seine Kreatininkonzentration war von 0,9 auf 1,8 mg/dl angestiegen. Sein Urin war bei einem spezifischen Harngewicht von 1,014 weiterhin schlecht konzentriert.

  • Die SDMA-Konzentration wies weiterhin auf eine gestörte Nierenfunktion hin, während sich die Kreatininkonzentration bereits wieder normalisiert hatte.

  • Zeke wurde über einige Monate nicht wieder bei seinem Tierarzt vorstellig. Eine erneute Kontrolle der Laborergebnisse bestätigte jedoch, dass seine Schilddrüsenüberfunktion erfolgreich behandelt worden war. Seine SDMA-Konzentration blieb erhöht, die Kreatininkonzentration war normal und sein Urin unzureichend konzentriert.

  • Gemäß den Leitlinien der Renal Interest Society zur Einstufung von CNE wurde bei Zeke eine CNE in Stadium 2 diagnostiziert. Ohne SDMA hätte man seine CNE nicht festgestellt. Für Zekes Behandlung orientierte sich sein Tierarzt an den IRIS CNE-Behandlungsleitlinien, wodurch das Fortschreiten der CNE verlangsamt und Zekes Leben sogar verlängert werden kann.

Patientenberichte

Blutchemie

Gesamt-T4-Test

Harnuntersuchung

Weitere Laborbefunde

Diskussion

Zekes Fall hat ein weiteres Mal bestätigt, dass SDMA ein zuverlässigerer Biomarker für die Nierenfunktion als Kreatinin ist.1–5 In diesem besonderen Beispiel für die Zuverlässigkeit von SDMA wies die erhöhte SDMA-Konzentration die gesamte Zeit über auf eine Nierenerkrankung hin, während die Kreatininkonzentration durch Veränderungen in Stoffwechsel und Muskelmasse verfälscht wurde.

Sowohl Nierenerkrankungen als auch eine Schilddrüsenüberfunktion sind häufige Krankheitsbilder älterer Katzen. Ein weiterer Faktor, durch welchen Kreatinin in diesem Fall weniger zuverlässig ist, war die gleichzeitig auftretende Schilddrüsenüberfunktion, durch welche der Stoffwechsel angekurbelt und die Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) künstlich in die Höhe getrieben wurde. Die Begleiterscheinungen in diesem Fall zeigen die Schwächen von Kreatinin auf, während sich eine Hyperfiltration nur geringfügig auf SDMA auswirkt6, da SDMA extrem sensitiv für die frühzeitige Erkennung von Nierenerkrankungen ist und die SDMA-Konzentration nicht von anderen Faktoren wie der Muskelmasse beeinflusst wird

Warum der SDMA-Wert wichtig ist

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*Symmetrisches Dimethylarginin

Literatur

  1. Hall JA, Yerramilli M, Obare E, Yerramilli M, Yu S, Jewell DE. Comparison of serum concentrations of symmetric dimethylarginine and creatinine as kidney function biomarkers in healthy geriatric cats fed reduced-protein foods enriched with fish oil, L-carnitine and medium-chain triglycerides. Vet J. 2014;202(3):588–596.
  2. Hall JA, Yerramilli M, Obare E, Yerramilli M, Melendez LD, Jewell DE. Relationship between lean body mass and serum renal biomarkers in healthy dogs. J Vet Intern Med. 2015;29(3):808-814.
  3. Nabity MB, Lees GE, Boggess M, et al. Symmetric dimethylarginine assay validation, stability and evaluation as a marker for early detection of chronic kidney disease in dogs. J Vet Intern Med. 2015;29(4):1036–1044.
  4. Hall JA, Yerramilli M, Obare E, Yerramilli M, Jewell DE. Comparison of serum concentrations of symmetric dimethylarginine and creatinine as kidney function biomarkers in cats with chronic kidney disease. J Vet Intern Med. 2014;28(6):1676–1683.
  5. Hall JA, Yerramilli M, Obare E, Yerramilli M, Almes K, Jewell DE. Serum concentrations of symmetric dimethylarginine and creatinine in dogs with naturally occurring chronic kidney disease. J Vet Intern Med. 2016;30(3):794–802.